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Finanzielle Schmerzgrenzen
Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,
wie viel Geld ist man eigentlich gewillt und imstande, für ein Instrument auszugeben? Eine weitgefasste Frage, denn ganz pauschal lässt sich diese nicht für jeden beantworten. Es kommt auf viele Faktoren an. Doch in der Regel gibt es Schmerzgrenzen, die einfach nur selten überschritten werden können, da man in der breiteren Masse kaum dazu in der Lage noch psychologisch gewillt ist, diese Geldgrenzen zu überschreiten.
Bei dem einen mag dies bereits bei 5.000 € der Fall sein, beim anderen bei 10.000 oder 20.000 €. Aber sicher ist es, dass eine große Zahl an Klavierliebhabern nicht in der Lage und nicht gewillt ist, ein neues Instrument von guter Qualität zu erstehen, das vielleicht gleich mit 50.000 oder 80.000 € zu Buche schlägt.
Natürlich ist ein solches Instrument in Handarbeit gebaut, langlebig und vor allem auch nachhaltig. Doch ist es nicht am Markt vorbei gedacht, wenn es aus europäischer Produktion nur mehr Instrumente in diesen Preisregionen gibt? Nun, der Gebrauchtmarkt fängt diese Marktgegebenheiten letztendlich auf, was den Herstellern und Händlern bei Neuinstrumenten nicht sonderlich hilft.
Wenn sich mehrere Hersteller nun zusammenschließen würden, um gemeinsam kostengünstig Instrumente in Deutschland oder Europa zu bauen, die der Realität der Kunden entsprechen, wäre diese ein Durchbruch und ein Erfolg. Doch noch scheint man im Bereich der Hersteller nicht gewillt zu sein, diese Schritte zu gehen.
Verständlich auf der einen, unverständlich auf der anderen Seite. Denn die zeit spielt gegen sie, der Gebrauchsmarkt boomt – zu Recht, denn die Neupreise von deutschen und anderen europäischen Herstellern haben in den vergangenen zwei Jahren mehrere Schmerzgrenzen psychologische Art durchbrochen.
Es bleibt abzuwarten, ob man nicht doch noch einmal zumindest bei Klavieren mit Instrumenten antritt, die dann vielleicht auch mit der japanischen Konkurrenz Schritt halten können. Es wäre an der Zeit …
Carsten Dürer
- Chefredakteur PIANONews -